Chronik - Satzung der Freiwilligen Feuerwehr Eyendorf

Zweck der Freiwilligen Feuerwehr
Die Freiwillige Feuerwehr ist ein Verein gesunder und kräftiger Männer, welche die Ehrenpflicht übernommen haben, sich durch regelmäßige Übungen bei militärischer Disziplin die Gewandtheit, den Mut und die Ruhe anzueignen, die nötig sind, um bei Feuergefahr möglichst rasch und in zweckmäßiger Weise Hilfe leisten zu können. Die freiwillige Feuerwehr hat den Zweck, die Errichtung einer Gemeinde-Pflicht-Feuerwehr für die Gemeinde entbehrlich zu machen, sie übernimmt die Einrichtung der im §1 der Polizeiverordnung vorgeschriebenen Abteilungen:
a. zur Bedienung der Spritzen,
b. zur Ausübung des Steigerdienstes sowie zum Retten von Menschen, Vieh und Habe,
c. zur Herbeischaffung des Wassers, soweit solches durch Zubringer und Saugpumpe möglich ist,
d. zur Aufrechterhaltung der Ordnung und Bewachung der geretteten Sachen
und bildet die vorgeschriebene Ortsfeuerwehr.

Dienstanweisung

§ 1.
Der Hauptmann ist verpflichtet:
1. Dafür zu sorgen, dass Führer und Mannschaft der freiwilligen Feuerwehr die Vorschriften und praktische Handhabung des Dienstes gründlich kennen lernen.
2. Sich bei jedem, innerhalb des Gebietes seiner Feuerwehr ausbrechenden Brande sofort zur Brandstelle zu begeben und den Befehl zu übernehmen.
3. Bei jedem innerhalb des Hilfeleistungsbezirks ausbrechenden Brande sich sofort zum Spritzenhaus zu begeben und von dort aus die schleunige Absendung der Hilfsmannschaft zu leiten und auszuführen.
§ 2.
Die Führer sind verpflichtet:
1. Die Mannschaften der ihnen überwiesenen Abteilungen tüchtig auszubilden
2. Die Ausrüstungsgegenstände vor jeder Übung auf ihre Brauchbarkeit und Instandhaltung zu prüfen.
3. Dafür Sorge zu tragen, dass alle Zubehörteile bei den betreffenden Geräten vorhanden und in Ordnung sind.
§ 3.
Die Führer haben ein Verzeichnis über die Mannschaft und die der Abteilung überwiesenen Geräte zu führen.
§ 4.
Der Hauptmann, sowohl als auch die Führer haben sich über die örtlichen Verhältnisse, Lage der Gebäude, zu den Wasserstationen usw. zu unterrichten.
§ 5.
Der Alarmplatz und Versammlungsort bei Übungen ist ein für alle Mal das Spritzenhaus.
Bei ausgebrochenem Schadenfeuer haben sich die Mannschaften zur Abholung der Geräte schnellstens dorthin zu begeben.
§ 6.
Die Zugführer verteilen die Mannschaften an die Geräte, jedoch muss bei den Übungen ein Wechsel der Nummern oder Plätze stattfinden.
§ 7.
Die Mannschaften haben sich im Dienste militärischen Grußes zu bedienen
§ 8.
Die Uniformen und Ausrüstungsgegenstände sind an bestgeeigneten, leichtzugänglichen Orten aufzubewahren, und müssen bei etwaiger Revision dem damit Beauftragten vorgezeigt werden. Die Uniformen dürfen im Dienst und nur in tadellos sauberem Zustand getragen werden.
§ 9.
Kein Mitglied des Korps darf sich bei den Übungen oder beim Feuerdienst von dem ihm angewiesenen Platz entfernen.
§ 10.
Etwaiger Urlaub darf, namentlich beim Feuerdienst, nicht in einer den Dienst beeinträchtigenden Weise benutzt, und kann unter Umständen, oder nach dem Ermessen des Hauptmannes, sofort zurückgezogen werden.
§ 11.
Das Rauchen ist nur nach erteilter Erlaubnis des Hautmannes gestattet, und sofort, wenn dieselbe zurückgezogen, oder Achtung kommandiert ist, wieder einzustellen.
§ 12.
Mundvorrat, welcher beim Feuerdienst von der Behörde oder von Privaten zugestellt werden sollte, ist an den Hauptmann zu verweisen, der über dessen Annahme und Verteilung zu bestimmen hat.
§ 13.
Lärmen und Singen sind unbedingt verboten. Bequemlichkeiten dürfen sich die Mannschaften nur nach vorgängiger Erlaubnis des Kommandanten gestatten.
§ 14.
Über Verstöße gegen vorstehende Dienstanweisungen entscheidet das Ehrengericht.
So beschlossen im Einverständnis des Gemeindevorstehers von der Korpsversammlung der freiwilligen Feuerwehr
Eyendorf, den 21. März 1902
Der Gemeindevorsteher Der Hauptmann
(L.S.) Fr. Thiede Chr. Stöckmann

Hauptmänner und Ortsbrandmeister der Eyendorfer Feuerwehr


 

 

Chr. Stöckmann
Hauptmann
von
1902 - 1908

 

 

G. Lembke
Hauptmann
von
1908 - 1927

 

 

Herm. Behr
Hauptmann
von
1927 - 1949

 

 

August Bruns
Ortsbrandmeister
von
1949 - 1955

 

 

Herbert Marwede
Ortsbrandmeister
von
1955 - 1973

 

Willi Maack
Ortsbrandmeister
von
1973-1985

 

Peter Maack
Ortsbrandmeister
von
1985 - 1992

 

 

Uwe Preuß
Ortsbrandmeister
von
1992 -

Werdegang der Freiwilligen Feuerwehr Eyendorf
Mit Auszügen aus Protokollen
15. Jan. 1902 Die Geburtsstunde der Eyendorfer Wehr schlägt am 15. Jan 1902. Durch Laufzettel wird zu acht Uhr abends in die Maack’sche Gastwirtschaft geladen. 53 Feuerwehrmänner wählen ihren ersten Hauptmann Chr. Stöckmann.
22. Jan. 1902 Es werden zwei Spritzenzüge, sowie ein Steigerzug aufgestellt.
14. Mai 1902 In der Korpskasse hat sich nach dem Feuerwehrball ein Überschuss von 52,05 Mark angesammelt. Es wird beschlossen, dass „wenn einmal Schaden bei einer Lustbarkeit gemacht wird, so wird dieser Schaden der Korpskasse auferlegt“.
März 1911 Ein Kammerführer wird gewählt, die freiwerdenden Uniformen zu verwalten hat. Wer bei Austritt seine Sachen nicht sauber abgibt, zahlt eine Mark Strafe. Für das Tragen der Uniform länger als eine halbe Stunde nach der Übung, wird eine Strafe von 50 Pf. Festgelegt.
18. Feb. 1913 Außerordentliche Korpsversammlung
Einziger Tagesordnungspunkt:
Antrag auf Schaffung einer Pflichtfeuerwehr, da die Freiwillige nicht stark genug sei, die Geräte (Pumpe) dauernd in Tätigkeit zu halten. Ferner wird beschlossen, dass im Falle einer Ablehnung durch die Behörde, die Wehr sich auflösen wird.
Noch 1913 Hornisten haben das Dorf abzublasen. Zu dieser Zeit gab es mehrere Hornisten mit einem Stabhornisten an der Spitze.
März 1914 Die Ausbildung zum „Ersthelfer“ erfolgt für vier Kameraden bei einem Sanitäterkurs in Egestorf.
1. Aug. 1914 Der Erste Weltkrieg bricht aus.
14. Aug. 1914 Ein provisorisches Kommando wird gewählt, da viele Kameraden im „Felde“ sind.
Feb. 1919 Neuordnung der Freiwilligen Feuerwehr wird nötig, da mehrere Kameraden gefallen sind, oder sich noch in Gefangenschaft befinden.
In dieser Versammlung wird auch ein besonderes Hornsignal verabredet, um bei Diebstählen die Verfolgung schnellstens aufnehmen zu können.
Das Dienstalter in der immer noch bestehenden Pflichtfeuerwehr wird auf 20 bis 50 Jahre festgelegt.
4. April 19234 Durch die Inflation ausgelöst, steigen die Beiträge und Strafgelder in utopische Höhen.
• Jahresbeitrag 300 Mark
• Fehlen beim Spritze putzen 500 Mark
• Fehlen beim Feuer 1000 Mark
3. März 1924 Die Zeit des Wertverfalls ist vorüber, der Jahresbeitrag wird auf 50 Pf. Festgelegt.
1. Nov 1928 Im Protokoll der Herbstversammlung wird zum ersten Mal der Abmarsch zum Feuerwehrball von Maack’s Gasthaus beschlossen.
23. Okt. 1930 Erste Erwähnung von Ausbildung an der Feuerwehrschule in Celle.
14. Okt. 1932 In diesem Jahr findet wieder eine Sanitäterausbildung statt. Diesmal unter der Leitung von Dr. Ehlermann aus Salzhausen.
Im Bericht von der Kreisdeligiertentagung wird besonders darauf hingewiesen, dass jegliche Politik den Wehren fernzuhalten sei. Dies ist in unserer Wehr so und möge auch in Zukunft so bleiben.
5. April 1933 Es gibt immer noch die Pflichtfeuerwehr, welche die Freiwillige Feuerwehr bei Einsätzen zu unterstützen hat und im Ort bleibt, wenn die Freiwillige zur Hilfe im Nachbarorte ausrückt. Ihre Führer werden immer aus den Reihen der Freiwilligen Feuerwehr gestellt.
28. Nov. 1993 Auf der Herbstversammlung gibt der Wehrführer Herm. Behr mehrere Anordnungen bekannt. Unter anderem, dass jetzt auch in der Freiwilligen Feuerwehr der „Deutsche Gruß“ eingeführt ist.
5. März 1934 Der Wehrführer gibt bekannt, dass in den Wehren das Führerprinzip eingeführt sei und Wahlen künftig nicht mehr stattfinden. Führer und Unterführer werden ernannt.
31. Okt. 1934 Umstrukturierung der Wehr wird fortgesetzt. Nach der neuen Dienstvorschriftgibt es jetzt: Angriffs-, Wasser- und Schlacutrupps. Kurse in Celle werden weiterhin besucht. Neben der Feuerwehr wird der Reichsluftschutz organisiert. Er hat zu diesem Zeitpunkt bereits 47 Mitglieder.
4. Feb. 1935 Weitere Neuerungen werden bekanntgegeben. So heißt das Spritzenhaus ab sofort Gerätehaus und es gibt nur noch ein einheitliches Feuerwehrsignal. Unter Hinzuziehung eines Fachmanns soll versucht werden, an geeigneten Stellen Tiefbohrungen zu machen.
5. Okt. 1936 In der Herbstversammlung wird über den Brand der Wrogemannschen Scheune berichtet. Der Brandmeister gibt auf Befehl des Provinzial-Feuerwehrführers bekannt, dass in den Wintermonaten in allen Wehren an gleichen Tagen und Stunden Übungen nach einheitlichen Vorschriften abgehalten werden.
17. Sept. 1937 Eine Motorspritze wird angeschafft und der Übungsdienst auf gründliche Einweisung eingerichtet.

Die 1937 angeschaffte Motorspritze tut bei den Wettkämpfen 1952 noch
ihren Dienst.
Einige Brandmeldungen darunter:
Am 29.10.1947 Wohnhaus K. Stelter in Eyendorf
Lücke im Protokoll bis Januar 1949
17. Jan. 1949 Nach dem Krieg besuchen wieder vier Kameraden die Feuerwehrschule in Celle.
18. März 1950 Bericht über kleines Feuer bei A. Gerdau
Bekanntmachung der Signale:
•Übung nur Horn
•Feuer, Sirene und Horn
Noch 1950 19.12.1950 Schadensfeuer auf dem Hof von Heinz Albers.
15. April 1952 50 Jahre Freiwillige Feuerwehr werden geplant.
• 24. Mai Kommersabend
• 25. Mai 50 Jahr Feier verbunden mit den
Unterkreiswettkämpfen
• Der Feuerwehrball soll am 15. November
stattfinden.
In der Nacht zum 1. Ostertag zum 12.4. um 23:30 Uhr brannte das Wohnhaus von Erich Stöckmann nieder.

Die alte Pumpe wird beim Ummarsch 1952 mitgeführt.

Foto vom Ummarsch durchs Dorf (Am Berge, Höhe alte Schule)
20. März 1953 Jeder Feuerwehrmann bekommt einen Dienstausweis mit Passbild.
Am 29.7.1953 brannte Döschers altes Haus nieder.
7. April 1954 Auf der Frühjahrsversammlung wird nochmals bekanntgegeben:
Jeder Feuerwehrmann hat sich bei Alarm sofort in Uniform zum Spritzenhaus zu begeben, mit Ausnahme der Nachbarn des Brandherdes. Sobald die Wehr eingesetzt ist, haben auch diese Kameraden die Uniform anzuziehen.
13. April 1956 Eine neue TS wird angeschafft. Nach reichlicher Überlegung hat man sich für eine Bachert mit VW-Motor entschieden.
16. Juli 1957 Schadenfeuer auf dem Holzplatz von Otto Gerlach.
Herbst 1958 Einweihung des neuen Gerätehauses mit angrenzendem Schlauchturm.
1968 Zwei Feuer: Schweinestall von Hans- Jürgen Döscher
Schuppen von Hans Rüder
1969 Nach Blitzschlag brannte das Wohn- und Stallgebäude von Otto Jobmann nieder.
Weitere Einsätze waren: Feuer bei Otto Lühmann, es brannte ein Holzschuppen und Feuer in der Eyendorfer Schuttkuhle.
1970 Die Eyendorfer Freiwillige Feuerwehr bekommt ihr 1. Fahrzeug. Es ist der zuvor im Schülertransport eingesetzte VW-Bus.

Die Männer der FF Eyendorf 1972 ( vor dem alten Gerätehaus)
1975 Großer Einsatz bei der Military- Europameisterschaft in
Luhmühlen. Insgesamt werden 21 Mann beim Wachdienst
eingesetzt.
1977 Anlässlich der 75. Jahr Feier richtet die Eyendorfer Wehr den Gemeindeentscheid aus.
Feuer in der Scheune von Ludwig Kröger. Da das Feuer die Stromversorgung des ganzen Dorfes zerstört hatte und die Dieselpumpe einen Defekt hatten, gab es große Wasserknappheit.
1978 im Frühj. Unser Protokollführer schreibt: „Leider ist unsere alte TS 8 krank geworden, eine „Neue“ soll bestellt werden.“
Im Herbst Die „Neue“ TS 8/8 von Rosenbauer ist eingetroffen.
1978 – 1985 Keine Einsätze, dafür regelmäßige Übungen und Weiterbildungen u. a. auch in „Erster Hilfe“.
1985 Sechs Einsätze, davon vier Feuer. Unter Anderem:
Wohnhaus von Rudolf Lüberstedt und die Scheune von Willhelm Wrogemann.
1986 Die erfolgreiche Zeit der Wettkampfgruppe beginnt. Sie sollte ihren Höhepunkt eigentlich 1992 auf dem Gemeindeentscheid in Eyendorf finden. Aber der dritte erste Platz in Folge bleibt der Gruppe verwehrt. Es wird eine respektabler zweiter Platz.
13. März 1992 Die ersten weiblichen Mitglieder in der Eyendorfer Feuerwehr.
Mai 1994 Die FF-Eyendorf bekommt ein „neues“ TSF-Fahrzeug.
Das alte geht an die Wehr von Göbitz in Sachsen-Anhalt.
März 1994 Die ersten Gedanken über Um- oder Neubau des Gerätehauses machen ihre Runden. Aber es soll noch vier Jahre dauern, bis auf diesen Anfängen ein Gerätehaus entstehen wird.
25. Juni 1998 Die Freiwillige Feuerwehr Eyendorf feiert Richtfest am neuen Gerätehaus.
Die Einweihung findet am 20. November des Jahres statt. Die Wehr hat somit eine den heutigen Bedürfnissen entsprechende Unterkunft.
16. Juni 2000 An einem „Tag der offenen Tür“ stellt sich die Feuer den Bürgern vor. Unter Anderem werden Listen ausgelegt, in denen sich interessierte Jungendliche für eine Jugendgruppe eintragen können. Das Ergebnis ist sehr erfreulich. Am 22. September wird die Jugendfeuerwehr FF-Eyendorf offiziell gegründet und zwar mit 20 Jugendlichen. Bald darauf 31.

 

Gründung der Jugendfeuerwehr Eyendorf am 22. September 2000

15. Jan. 2002 Kommersabend zur 100 – Jahr Feier